Mittwoch, 16. November 2016

Es geht los!

Heute um 9:50 Leinen los in Lanzarote Marina Richtung Martinique.

Vorher noch voll tanken in "Puerto del Carnen" und dann geht's los bei nördlichen Winden um die 20kn vorbei an Lanzarote und Fuerteventura.
An die Schaukelbewegungen müssen sich erst noch alle gewöhnen, das Abendessen viel deshalb heute etwas bescheidener aus.
Wolfgang

----------
radio email processed by SailMail
for information see: http://www.sailmail.com
• • •

Donnerstag, 10. November 2016

Die Vorfreude steigt...

Nachdem die letzten Vorbereitungen, sowohl auf dem Schiff auf Lanzarote, als auch hier in München, fast abgeschlossen sind, steigt bei mir so langsam die Vorfreude auf das Abenteuer Atlantiküberquerung mit der SY Danese. Dieses Vorhaben stand schon lange Zeit auf meiner "Bucket List" und ich bin froh, dass es mit Hilfe meines Vaters, dem Rest der Crew und natürlich den fleißigen Helferlein für die Vorbereitung kommende Woche Realität werden kann.

Natürlich ist bei mir auch ein gewisser Respekt vor diesem Trip vorhanden, denn der Route meines Namensvetters Kolumbus folgt man nicht alle Tage, noch dazu mit dem selben Untersatz - und nicht gemütlich per Business Class in 10 km Höhe. Allerdings ist dieser Respekt meiner Meinung nach auch wichtig, damit man auf hoher See nicht die Aufmerksamkeit verliert.

Das Segeln habe ich von der Pike auf gelernt, am Anfang noch mit ca. 10 Jahren in der Optimisten-Klasse auf der Flensburger Förde (Dank dem DHH, bei dem ich immer noch Mitglied bin), später dann bei der Absolvierung diverser Segelscheine: Grundschein, SBF-Binnen, SBF-See, SKS und zu guter letzt das LRC-Funkzeugnis, und ab und an, wenn es die Zeit zulies, auch mal bei Praxistörns auf verschiedenen Gewässern: Dänische Südsee, Kroatien und der Türkei. Nichtsdestotrotz könnte mein Erfahrungsschatz durchaus noch reicher sein, eine Atlantiküberquereung ist dafür natürlich eine wertvolle Ergänzung - schließlich sind 2600 sm und ca. 20 Tage nur Wasser eine große Herausforderung.

Ob ich mir dann zur Belohnung aber eine rote Hose kaufen werde (Rote Hosen), die in bestimmten Kreisen als Trophäe für Atlantiküberquerer per Segelschiff gilt? Da bin ich mir noch nicht so sicher...

Eigentlich ist sonst schon alles vorbereitet: der Kindle ist prall gefüllt, die Filme, Hörbücher und Spotify-Playlisten überspielt, die Packliste abgearbeitet, der Medizinschrank und die Vorräte gefüllt. Es könnte von mir aus also losgehen, in diesem Sinne "Mast- und Schotbruch".

P.S.: auf der Seite Position findet ihr unsere aktuelle Position (auf dem Atlantik über Iridium). Wir versuchen außerdem hier möglichst regelmäßig Blog-Beiträge zu posten und unsere Position zu aktualisieren. Bilder und anderes größeres digitales Material werden wir voraussichtlich leider nicht übermitteln können, sondern erst wenn wir angekommen sind.
• • •

Samstag, 5. November 2016

Warum über den Atlantik?

Das haben wir unserem Sohn Christopher zu verdanken. Unsere beiden Kinder durften sich zu ihrem 30jährigen Geburtstag eine Reise wünschen, Tochter mit Mutter und Sohn mit Vater.
Unser Sohn hat sich eine Atlantiküberquerung auf eigenem Kiel gewünscht, so ist das Projekt "Danese Sails" entstanden, das uns schon das ganze Jahr 2016 umtreibt...
• • •

Freitag, 28. Oktober 2016

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren...


Das letzte Treffen der Crew fand gestern Abend statt und jetzt geht es in den Endspurt. Es ging u.a. ums Essen/Trinken, Erreichbarkeit unterwegs und um die Frage, wie beschäftige ich mich an Bord. Die Anna, Peter und ich werden am 8.11. nach Arrecife fliegen, um dort die letzten Reparaturen durchzuführen, Proviant zu beschaffen und vorzukochen. Der Rest der Crew, Christopher und Günter, werden dann am 13.11. folgen. Leine los heißt es dann am 14. oder 15.11. und die Anna wird uns von der Pier aus zuwinken...
Einkaufen auf Lanzarote 


Anna's Hinweiszettel: Was ist wo an Lebensmitteln zu finden!



Die Crew vor dem Auslaufen
• • •

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Gibraltar ist Geschichte...

Die Crew für die 3te Etappe bestand aus Bernhard, Jürgen, Peter und Skipper Wolfgang. 


Am Dienstag den 27.Sep um 10:30h ist es dannn soweit, wir laufen aus mit dem Ziel Lanzarote. Vorher tanken wir noch voll, übrigens so billig wie lange nicht. Einer der wenigen Vorteile von Gibraltar.


Noch in der Bucht von Gibraltar wollen wir unser Großsegel setzen(ausrollen), was aber nicht gelingt, weil sich eine Segellatte in Höhe der 2ten Saling verdreht hat. Der Bernhard wird den Mast hochgezogen, aber auch mit vereinten Kräften lösen wir das Problem nicht. Wellengang und Wind sind zu stark und so brechen wir die Aktion ab.


Da ein kräftiger Ostwind herrscht, setzen wir die Fock und verlassen die Bucht von Gibraltar mit Kurs West. Unser Ziel ist es, das VTG (Verkehrstrennungsgebiet) am westlichen Eingang zu queren. Wir beobachten den starken Schiffsverkehr, finden dann aber schnell eine geeignete Lücke und queren mit Motorunterstützung das VTG.

Als wir uns auf ca. 3sm am Cap Spartel an der Marokkanischen Küste genähert hatten, kommt ein Schiff der Marokkanischen Küstenwache (sah eher wie ein Kriegsschiff aus) und fordert uns über Funk auf einen Abstand zur Küste von 4sm zu halten. Wir halten uns daran und gehen am Cap in dem geforderten Abstand vorbei.

Der Wind weht jetzt aus nördlichen Richtungen 15-25kn und so setzen wir die Genua und baumen sie aus. Auf das Groß muß ja leider verzichtet werden. Mit dieser Segelstellung laufen wir die nächsten 2,5 Tage unserem Ziel entgegen.


Der achterliche Wind bringt gute Geschwindigkeit aber leider eine unangenehme Rollbewegung mit sich, die das Bordleben beschwerlich macht. Kochen ist nur eingeschränkt möglich und alles muß sicher verstaut und abgestellt werden. Das Schlafen ist, trotz Leesegel und zusätzlicher Maßnahmen um sich im Bett zu verkeilen, schwierig. Aber nach 2-3 Nächten ist man dann so müde, dass auch das irgendwie funktioniert.

 Am Donnerstag Nachmittag dann mußte der Motor wieder wegen zu wenig Wind gestartet werden. Dafür wurde die See immer ruhiger und damit das Bordleben und Schlafen angenehmer.


Am Samstag den 01.10. um 20:30h sind wir den Hafen von Arrecife eingelaufen, an dessen Ende sich die Marina Lanzarote befindet. Da wir angemeldet waren, war das Anlegen und einklarieren schnell erledigt.

Insgesamt macht diese Marina einen sehr guten Eindruck. Alles ist relativ neu und geplegt. Bis in das Zentrum von Arrecife sind es 10 Gehminuten. Versorgung für den Sprung über den Teich ist sicher nicht schlechter als in Gran Canaria. Werkstätten, Nautische Läden und Supermärkte (inkl. Lidl) sind vorhanden. Dinge, die ich in Gibraltar nicht bekommen habe, fand ich gleich in mehreren Geschäften. Wir sind zufrieden mit der Wahl von Lanzarote als Sprungbrett über den Atlantik.

Vor dem Heimflug werden noch die Batterien gewechselt, 4x210Ah GEL gegen 1x400Ah LifePO4. Das spart mal ganz nebenbei 200Kg Gewicht...




• • •

Montag, 4. Juli 2016

Malta Ade...

Nachmittags am 19.06 trifft die Crew für die 2te Etappe in Malta ein. Jürgen, Franz und Peter erreichen nach einer halsbrecherischen Taxifahrt die Portomaso Marina.

Nachdem alles ausgepackt und verstaut war, wurde der restliche Einkauf erledigt. Da der Wassermacher von dem hiesigen Spezialisten leider nicht zum Laufen gebracht werden konnte, mußte noch zusätzlich Wasser in 5l Flaschen als Reserve gebunkert werden, insgesamt 100l. Damit standen uns 1100 Liter zur Verfügung. Duschen wurde duch Deo ersetzt und wie sich herausstellte, hat die Wassermenge auch bis nach Gibraltar ausgereicht, ohne die Reserve anzugreifen.

 
 Von li nach re: Peter, Franz, Jürgen und Wolfgang

Tags drauf noch Diesel bunkern und um 10:15 Uhr verliesen wir Malta Richtung Gibraltar.














 
Tankschiff in Malta 

Bei 15-20kn Wind und 2-3m Welle war es einigen etwas blürerant und deshalb blieb die Küche kalt. Zudem tropfte es durch einige Luken im Vorschiff ins Schiffsinnere, so daß wir im Morgengrauen beidrehten und in allen Vorschiffluken die O-Ringe erstzten. Außerdem konnten wir in Ruhe frühstücken (Porridge mit Butter & Honig sowie Tee), um dann um 9:00 Uhr den Reparaturstopp zu beenden und wieder Fahrt aufzunehmen. Übrigens war Porridge nicht jedermanns Sache, aber für die angeschlagenen Mägen genau das richtige.

Nachts waren sehr viele Fischer unterwegs, teilweise ohne Radarecho und AIS und mit wechselndem Kurs, so daß erhöhte Aufmerksamkeit geboten war. Wenn tagsüber kaum Großschiffe angetroffen wurden, so war nachts doch einiges an Großschiffen unterwegs. Wir machten ohne Ausnahme gute Erfahrung mit diesen großen Schiffen. Durch das AIS waren wir für alle zu erkennen und es wurde vorschriftsmäßig ausgewichen. Anfangs wurden wir durch Blinksignale etwas iritiert, da weder ein Radarecho noch AIS-Signal zu erkennen war. Diese Blinksignale wurden von Bojen ausgesendet, die die jeweiligen Fischernetze markierten.

Nachdem das Kap Djamour el Kadir (Tunesien) gerundet war, lies der Wind nach und die See beruhigte sich zunehmend. Normales Bordleben stellte sich ein und es konnte wieder normal gekocht und gegessen werden.


Mit Kopfhörer und Buch, so kann man es aushalten

Entlang der Algerischen Küste war wenig Schiffsverkehr zu beobachten, nur in der Nähe der größeren Hafenstädte war etwas mehr los. Am 25.06 konnten wir endlich mal den Parasail auspacken und setzen. Aber dieses Vergnügen war leider nach 5 Stunden vorbei, da der Wind einschlief, schade.

In der Nacht vom 26.06 auf den 27.06, Nachtschicht von Jürgen und Franz, frischte der Wind kräftig auf, Spitzenwerte um die 35kn. Für die Freischicht in den Kojen ebenfalls kein Vergnügen. An Schlaf war für alle nicht zu denken. Gegen Morgen schlief der Wind dann ein. Ein weiteres angekündigtes Tief für die Region blieb dann aber aus, bzw. wir bekamen "nur" die Wellen dieses Tiefs zu spüren. Wie heißt es doch so treffend in einem Seemannslied:  "Rolling home"

Am 28.06 Einlaufen in die Queensway Quay Marina bei strömendem Regen in Ölzeug. Insgesamt haben wir für diese Etappe 1294,8 sm in 8,5 Tagen zurückgelegt, etwas 30% mehr als die berechnete Strecke. Die meiste Zeit hatten wir einen Strom von teilweise über 2kn gegenan.


Die Crew der 2ten Etappe bei der Ankunft in Gibraltar


• • •

Törn von Kas bis Malta

Wir sind seit dem 11.06 zurück in München. Wolfgang und ich haben die knapp 1000 Seemeilen geschafft und waren froh, als wir nach 8 Tagen Malta erreicht haben. Unser erster Törn von Kas nach Kreta hat sich gleich als eine wildes Wellenschaukeln präsentiert, für den Anfang nicht so toll. Daher war unsere zwei Pausen auf Kreta in Agios Nikolaos im Osten und in Chania im Westen eine nette Abwechslung. Für die Strecke nach Kreta haben wir 48 Stunden gebraucht. Einen Tag noch entlang der Küste Kretas, bevor wir mit Wasser und Diesel versorgt die Überfahrt nach Malta begonnen. Am 28.05 verließen wir Kreta.

Hafen von Chania

Diese Überfahrt verlief angenehmer, Gott sei dank, da konnte man noch 3 Bücher lesen in der Zeit. Am 01.06 war Malta wie geplant am Horizont zu erkennen. Welch schönes Gefühl:-)! Da kann man die Freude der alten Langfahrtsegler nach langer Zeit auf dem Blauwasser gut nachvollziehen. In der Abendsonne haben wir dann um 17::00 Uhr Malta erreicht, in 4 1/2 Tagen. Der Empfang in der Marina Porto Mado durch Jess war sehr herzlich mit vollem Anlegeservice, hat gut getan nach den Tagen auf See.

Die erste Etappe ist geschafft
Wir haben dann noch bis zum 11. Juni die Insel Malta mehrmals umrundet und erkundet. Kulturell sehr schön, das Badewasser noch sehr frisch und die wenigen Strände meist überfüllt. Am Ende haben wir uns dann wieder auf zu Hause gefreut.
Ich reiche "die Staffel" dann erstmal weiter an Franz, Jürgen und Peter weiter für den Törn Malta bis Gibraltar, natürlich mit Kapitän Wolfgang an Bord und wünsche dem Männercrew eine ruhige Überfahrt durchs Mittelmeer.

Anna

Gesegelte Meilen:  935
Dauer:  8 Tage, davon 2 Tage Aufenthalt in Kreta

 DANESE in Portomaso Marina
Blick auf die Marina Portomaso
 Blick auf die Marina Portomaso
• • •